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Nächtlicher Stundenschlag - Gemeinderatsitzung Herz-Jesu am 30. 01. 2020

Zur Sitzung sind über 30 Gäste erschienen und haben mitdiskutiert. In der Sache gab es keine neuen Argumente – die Information und Kommunikation des Gemeinderates wurde aber von einigen noch einmal scharf kritisiert. Nach einer intensiven Diskussion wurde folgende Erklärung vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet:

 


Am 9. Januar sind von der Initiative, die sich gegen die Abschaltung der Glocken zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr eingesetzt hat, die Unterschriftenliste an Pfarrer Gereon Alter übergeben worden. Mitglieder des Vorstands unseres Gemeinderats, der stellv. Vorsitzende des Kirchenvorstandes und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates waren ebenfalls bei der Übergabe anwesend.

 

Insgesamt sind ca. 1100 Unterschriften gesammelt worden. Die meisten Namen sind auf den Listen auch lesbar. Einige haben mehrfach unterschrieben. Wo die Unterzeichner wohnen ist auf den Listen nicht angegeben.

 

Bei der Übergabe der Unterschriften führten die Vertreterinnen der Initiative noch einmal deutlich Klage gegen die Art der Kommunikation des Gemeinderats. Neue Argumente in der Sache sind nicht vorgebracht werden.

 

Wenngleich wir im Gemeinderat inhaltlich sehr intensiv über das Thema beraten haben müssen wir sagen, dass wir die Bedeutung des nächtlichen Stundenschlags für viele Menschen falsch eingeschätzt haben. Insofern müssen wir uns den Vorwurf, nicht offensiv über unsere Entscheidung informiert zu haben, gefallen lassen. Unsere Anliegen waren:

 

  1. Eine gütliche Lösung für eine gute Nachbarschaft zu den neuen Mitbewohnern zu finden.
  2. Eine gerichtliche Auseinandersetzung, wie sie sich in solchen Fällen an anderen Orten entwickelt hat, vermeiden.
  3. Das Thema unsererseits durch öffentliche Verlautbarungen und Veranstaltungen nicht unnötig „groß“ zu machen.


Darum haben wir die Information über unsere Beratungen und Entscheidungen durch unsere immer sehr ausführlichen, und öffentlich aushängenden Sitzungsprotokolle als ausreichend eingeschätzt.

 

Rückblickend müssen wir feststellen, dass wir nach dem durch die Initiative ausgelösten großen Medienecho unsererseits keine Möglichkeit mehr hatten, unsere Argumente und Begründungen in der Öffentlichkeit zu platzieren. Dass unsere Argumente durchaus auch von Kritikern nachvollziehbar sind und verstanden werden, haben wir in vielen langen Einzelgesprächen erfahren.

 

Ob die von der Initiative bei der Übergabe der Unterschriftenlisten geforderte Information nach einer Sonntagsmesse zu einer wirksamen Befriedung beigetragen hätte, vermögen wir nicht einzuschätzen. Ob hier die Menschen erreicht worden wären, die ihre Unterschrift geleistet haben, und/oder sich in vielen teilweise unsäglichen Kommentaren bei Facebook geäußert haben, wissen wir nicht.

 

Zusätzlich zu der Veröffentlichung unserer Einladungen und Protokolle in den Schaukästen, auf der homepage und per e-mail Verteiler werden wir dem Wunsch der Initiative nachkommen und die Termine der Sitzungen im Sonntagsblatt ankündigen.

 

 

Gegen einen Vorwurf verwehren wir uns aber ausdrücklich: Wir sind in dieser Angelegenheit weder „vorschnell eingeknickt“, noch haben wir „einfach klein beigegeben und keine Position bezogen!“ Wir haben das Thema in mehreren Vorstandsitzungen und öffentlichen Gemeinderatssitzungen intensiv, kontrovers und ausführlich beraten. Wir nehmen unsere Aufgaben als Gremium der pastoralen Mitverantwortung sehr ernst und investieren sehr viel Zeit. Dürfen wir nicht auch die Erwartung haben, dass unser Dienst und unsere Arbeit für die Gemeinde auch von anderen ernst genommen wird? Bei vielen Kommentaren in den sozialen Netzwerken war das nicht zu erkennen.