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Erste faire & ökologische Pfarrei im Bistum Essen

Die offizielle Zertifizierung der Pfarrei St. Josef Essen Ruhrhalbinsel fand am 19.8.2020 um 19.30 Uhr angesichts Corona im kleinen Kreise in der Kirche St. Suitbert statt.

 

Pfarrer Alter begrüßte neben den einschlägig Aktiven Herrn Dr. Sebastian Neugebauer und Frau Dorothea Meilwes von der weltkirchlichen Abteilung des Bistums Essen, die das Zertifikat im Gepäck hatten.

 

Frau Barbara Büllesbach-Weiß vom Eine-Welt-Kreis der Pfarrei führte durch das Programm. Einführend beschrieb sie den fruchtbaren Dialog mit dem Bistum bei der Aufstellung des bistumseigenen Kriterienkataloges. Zentraler Angelpunkt hierbei war und ist die Enzyklika von Papst Franziskus: „Laudato si“, die Erhaltung der Schöpfung und soziale Gerechtigkeit als innigst mit einander verknüpft erkennt. Deshalb wurde auch der Titel des Zertifikates um den Aspekt „ökologisch“ erweitert.

 


Willi Wölting erläuterte den Werdegang der „fairen Bewegung“ in der Stadt Essen und in der Pfarrei. Annette Sonnenschein stellte die langjährige Unterstützung des fairen Handels in unserer Pfarrei dar. Gerade im letzten Jahr feierte der ökumenische Eine-Welt-Marktstand sein 25-jähriges Jubiläum. Der daraus vor 2 Jahren hervorgegangene Weltladen in Kupferdreh ist mittlerweile Zentrale für viele Verkaufsaktivitäten auf der Ruhrhalbinsel (Kirchenverkauf, Gemeindefeste, ….) und darüber hinaus. Er ist auch zum Anlaufpunkt für alle „Fair-Interessierten“ aus evangelischer und katholischer Kirchengemeinde geworden.

 

Am Beispiel der Mehrkosten für Ökostrom oder Druck des Pfarreimagazins JUPP auf recyceltem Papier machte Karl Grobbel deutlich, dass auch Umweltschutz für die Pfarrei nicht umsonst zu haben ist.

 


In Zukunft kann das fair-ökologische Image der Pfarrei gestärkt werden, wenn sich die Aktivitäten in den Gemeinden noch stärker vernetzen – z.B. durch Einkauf von fairen Produkten im Weltladen. Als wichtig wurde erkannt, dass das „Fair-Ständnis“ für Aktivitäten wie gerechter Handel oder Umweltschutz wächst, in den Köpfen der Gremien, der Aktiven und der Gemeinde insgesamt. Hier ist Kommunikation wichtig – sei es durch Bereitstellen von Hintergrundinformationen oder durch themenbezogene Gottesdienste bzw. anderer Formate.

 

Nach der Verleihung des Zertifikates durch Dr. Neugebauer unterstrich Frau Meilwes vom Bistum noch einmal anhand von Zitaten aus der Enzyklika, wie wichtig Attribute wie „fair und ökologisch“ in unseren bewegten Zeiten sind. Pfarrer Alter bat in seinem Abschluss-Segen Gott, er möge die Schreie der Armen und der Schöpfung hören, und er bat um seine Unterstützung für all die vielen in der Pfarrei, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Erhaltung der Schöpfung einsetzen.

 

Beim anschließenden Umtrunk wurden Kontakte vertieft und Pläne für die Zukunft geschmiedet. Denn in drei Jahren wird dem Bistum Bericht erstattet werden müssen, wie sich unsere Pfarrei im Bereich Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit weiterentwickelt hat.

 

 

Franz Kampmann

Fotos: Heike Böse