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Noch keine öffentlichen Gottesdienste im Mai

Liebe Leserin, lieber Leser!
Liebe Schwestern und Brüder auf der Ruhrhalbinsel!


In den letzten Tagen haben das Land NRW und der Bischof von Essen bekannt gegeben, dass es ab Anfang Mai wieder möglich sein kann, öffentlich Gottesdienst zu feiern – allerdings nur unter der Bedingung, dass alles getan wird, um das Corona-Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Entscheidung, was an welchem Ort möglich, sinnvoll und verantwortbar ist, hat unser Bischof dabei bewusst in die Verantwortung der einzelnen Pfarreien gestellt.

 

Nach einem umfangreichen Austausch mit dem Krisenstab unseres Bistums, den anderen Pfarreien der Stadt Essen und der evangelischen Stadtkirche, hat sich das Pastoralteam unserer Pfarrei einstimmig darauf verständigt, im Monat Mai noch keine öffentlichen Gottesdienste anzubieten.

Maßgeblich für diese Entscheidung war vor allem die Frage, ob unter den aktuell geltenden Sicherheitsbestimmungen überhaupt eine würdige, berührende und gemeinschaftsstiftende Feier von Gottesdiensten möglich ist. Das Hauptproblem dabei hat der Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, so beschrieben: „Nur eine geringe Zahl von Gläubigen wird nach bestimmten Kriterien zugelassen. Nicht die Kranken und Schwachen dürfen kommen, sondern nur die Starken und Gesunden.“ Wir haben es einmal durchgerechnet: in unserer Pfarrkiche Herz Jesu dürften sich maximal 50 Personen versammeln, in St. Suitbert 40, in St. Georg und St. Mariä Heimsuchung jeweils 35, in St. Mariä Geburt 30 und in St. Barbara gar nur 18. Wer will da entscheiden, wer kommen darf und wer nicht? Wer den, der dennoch kommt, abweisen? Und die, die es „geschafft“ hätten, müssten großen Abstand zueinander halten, dürften nicht singen, würden zum Teil Gesichtsmasken tragen … Ein gelöstes oder gar fröhliches Miteinander, wie wir es sonst in unseren Gottesdiensten kennen, wäre kaum möglich. All das hat uns zu der oben genannten Entscheidung bewogen.

 

Uns ist dabei sehr bewusst, dass diese Entscheidung nicht jeden zufrieden stellen wird. Es gibt Pfarreien, die trotz der gravierenden Einschränkungen versuchen, irgendwie öffentlich Gottesdienst zu feiern. Und es gibt Bistümer, die es generell verboten haben. Wir haben uns für einen Mittelweg entschieden. Denn der öffentliche Gottesdienst in den Kirchen unserer Pfarrei ist ja nur eine von vielen Möglichkeiten, unseren Glauben zu leben und zu feiern. Dass es diese Möglichkeit zur Zeit nicht gibt, ist schmerzhaft. Aber es gibt eine Fülle anderer Möglichkeiten.

 

Die Kirchen unserer Pfarrei werden auch weiterhin so weit wie möglich geöffnet bleiben. An der ein oder anderen Stelle wird es Orgelspiel geben. Die Friedenskapelle an der Ruhr ist für viele zu einem wichtigen Ort des Innehaltens und des Gebets geworden. Es wird auch weiterhin Open-Air-Gottesdienste und anderes vor den Seniorenheimen unserer Pfarrei geben. Die zahlreichen Online-Angebote, die sich in den vergangenen Wochen entwickelt haben, werden weitergeführt – insbesondere die liebevoll gestalteten Anregungen für den „Familiengottesdienst zuhause“. Es gibt den Fernsehgottesdienst, den Gottesdienst im Autokino, den Streaming-Gottesdienst im Internet … Vieles davon ist auf unserer Pfarreihomepage zusammengestellt und wird ständig aktualisiert.

 

Wie geht es weiter? Es wird im Laufe des Monats Mai zu weiteren Beratungen kommen – in unserem Pastoralteam, im Pfarrgemeinderat und auch unter den Pfarreien der Stadt Essen. Sobald sich die Lage so verändert, dass die Feier öffentlicher Gottesdienste wieder verantwortbar und wenigstens einigermaßen würdig möglich ist, werden wir die entsprechenden Entscheidungen treffen. Unsere Hoffnungen richten sich dabei auf den Monat Juni. Aber ich bitte um Verständnis dafür, dass an dieser Stelle noch kein konkretes Datum genannt werden kann.

 

Der Weg zurück zu einer gewissen „Normalität“ wird noch ein langer sein und uns noch einiges abverlangen. Vielleicht aber steckt ja auch eine Chance in diesem Weg. Dass uns nämlich neu bewusst wird, wie kostbar die gottesdienstlichen Feiern sind, die wir in der Vergangenheit miteinander erlebt haben, und wie wenig selbstverständlich die Fülle der Angebote, unter denen wir wählen konnten. Und vielleicht bleibt uns ja die ein oder andere kreative Idee, die in diesen Wochen entsteht, auch über die Zeit der Corona-Krise hinaus erhalten.

 

Ich grüße Sie und Euch ganz herzlich im Namen unseres gesamten Pastoralteams und wünsche uns allen viel Kraft und Segen für die vor uns liegende Zeit. Bleiben wir miteinander und mit unserem Gott verbunden!

 

Ihr und Euer Pfarrer

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20-05-01 Bekanntmachung (Gottesdienste).
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Kommentare: 9
  • #1

    Barbara Gahlmann (Freitag, 08 Mai 2020 19:37)

    Sehr geehrter Herr Alter,
    ich kann Sie nicht verstehen,wir Gläubigen möchten eine hl Messe feiern und wieder die Kommunion empfangen. Danach sehnen sich manche Leute. Es kann doch mit abwechselnden Anmeldungen gehen. Fast tägl. sehe ich im Internet aus München eine hl. Messe. Gerade habe ich gehört,dass in Oberhausen auch Messen stattfinden. Den Glauben anderweitig zu leben, ist vielleicht eine Möglichkeit,aber das Wichtigste ist die Eucharistiefeier.
    Ich glaube, hier macht es sich sehr einfach.
    Mit freundlichen Grüsse
    Barbara Gahlmann

  • #2

    Gereon Alter (Freitag, 08 Mai 2020 20:41)

    Liebe Frau Gahlmann,
    haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich kann Ihre Sorge gut verstehen und weiß auch, dass Sie nicht die Einzige sind, die sich nach einer schnellen Wiederaufnahme der Eucharistiefeiern sehnt. Auch ich würde lieber heute als morgen wieder an den Altar treten und die hl. Messe feiern. Ganz so einfach ist es aber leider nicht - und machen wir es uns auch nicht. Das habe ich in meinem Schreiben zu verdeutlichen versucht. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, die eine verantwortbare und würdige Feier von Eucharistiefeiern möglich macht. In der Stadt Coesfeld zeigt sich gerade, dass sich mit einem Mal Hunderte von Menschen infizieren können. Ich möchte gerne vermeiden, dass eine Eucharistiefeier zur Ursache für eine solche Tragödie wird. Ich hoffe, das können Sie nachvollziehen.
    Nochmals vielen Dank für Ihre Zeilen und einen herzlichen Gruß zurück!
    Gereon Alter

  • #3

    Gemeindemitglied aus Überruhr (Sonntag, 10 Mai 2020 16:49)

    Ich finde es sehr vernünftig, nicht "auf Biegen und Brechen" Gottesdienste zu feiern. Habe im TV gesehen, dass bei der Kommunion Austeilung eine Scheibe Priester und Gläubige trennte. Ja geht's noch? Christliches Leben besteht auch, aber nicht nur aus Gottesdiensten. Beten kann man an vielen Orten. Im TV gibt es Gottesdienste. Es ist nunmal im Moment eine "besondere" Zeit. Danke an das Pastoralteam für ihr
    verantwortungsbewusstes Handeln!

  • #4

    "Noch" Gemeindemitglied aus Überruhr (Dienstag, 19 Mai 2020 12:10)

    Ich muss mal hier unter diesem Punkt was los werden, da es unter der aktuellen Info " Wiederaufnahme der Gottesdienste " nicht möglich ist einen Kommentar zu verfassen. Fast jede Kirche der Pfarrei hat einen Gottesdienst ab Pfingsten, fast jede Kirche ist auch die letzten Wochen lang offen gewesen für eine Zeit des Gebets und der Stille. Nun ja... fast jede. Die Kirche St. Mariä Heimsuchung wird überhaupt nicht mit einbezogen, eine Frechheit. Ich als ältere Person soll lange Wege auf mich laden um eine Kirche besuchen zu können. Bzw. Geld für Tickets oder Taxi ausgeben. Stattdessen ist die Kapelle im Wichteltal geöffnet doch um da erst hin und wieder zurück zu kommen, braucht es A: junge Beine oder B: ein Fahrzeug. Ich verstehe das nicht und mit mir zahlreiche andere Menschen ebenfalls nicht. Ganz viele Gespräche/ Telefonate in der letzten Zeit mit Nachbarn und Bekannten, Freunden sowie Mitgliedern der evang. Kirche geführt. Ich wohne ganz in der Nähe und bräuchte keine 10min zu Fuß zur Kirche St. Mariä Heimsuchung. Ja nur was soll man machen wenn die Türen stets verschlossen sind. Unsere Gemeinde geht immer mehr zu Grunde! Sehe man sich nur die Entscheidungen des Gemeinderats sowie unseres Pfarrers an. Aber so ist es leider wenn der Pfarrer die anderen so stark beeinflusst, sie in die falsche Richtung lenkt und in die Kirche St. Suitbert sowas von verliebt ist. Einfach nur eine Katastrophe! Seelig Pfarrer Hospelt, Kestermann, Kampmann

  • #5

    Gereon Alter (Dienstag, 19 Mai 2020 12:50)

    Liebe ältere Person "Noch" aus der Nähe der Kirche St. Mariä Heimsuchung. Schade, dass Sie Ihren Namen nicht angeben, dann könnten wir auf Augenhöhe miteinander kommunizieren. Aber auch so beantworte ich Ihre Fragen gern. Die Kirche St. Mariä Heimsuchung ist in den vergangenen Wochen sehr wohl geöffnet gewesen, weil eine einzelne Dame bereit war, die Kirche tagein tagaus um 10:00 Uhr aufzuschließen und um 18:00 Uhr wieder abzuschließen. "Eine einzelne Dame". Damit sind wir beim Kern des von Ihnen beschriebenen Problems. Ich hatte zuvor annähernd 100 Gemeindemitglieder per Email angeschrieben und gefragt, wer einen Beitrag dazu leisten könne, dass wir unsere beiden (!) Kirchen in dieser besonderen Zeit geöffnet halten können. Es hat sich eine ganze Reihe von Menschen gemeldet und stundenlang Dienst getan. Für die Kirche St. Mariä Heimsuchung hat sich dazu allerdings nur diese eine Dame bereit erklärt, die ich nach den Osterfeiertagen nicht noch einmal fragen mochte. Es gibt einfach zu viele Menschen, die sich nur anonym äußern oder sich hinter vorgehaltener Hand beschweren, und zu wenige Menschen, denen die Kirche St. Mariä Heimsuchung so am Herzen liegt, dass sie bereit sind, sich tatkräftig zu engagieren und den Raum mit Leben zu füllen. Deshalb hat unser Gemeinderat schon vor längerer Zeit entschieden, das vorhandene Engagement auf einen Kirchenraum zu konzentrieren und dabei das Marienheim als zwieten Gottesdienstort und als Begegnungsstätte für Senioren besonders in den Blick zu nehmen. Das alles ist sowohl in den pfarreieigenen Medien als auch in der lokalen Presse kommuniziert worden. Dass Sie mehr als 12 Jahre nach der Gründung unserer Pfarrei noch immer von Ihrer Gemeinde schreiben und dabei offensichtlich die ehemals eigenständige Pfarrei St. Mariä Heimsuchung vor Augen haben, deutet für mich stark darauf hin, dass Sie all das gar nicht wahrnehmen wollen. Das ist bedauerlich, aber daran kann ich leider nichts ändern.

  • #6

    Franz-Josef Gahlmann (Freitag, 22 Mai 2020 17:58)

    S.g. Herr Alter,
    soeben lese ich unser neues Sonntagsblatt und entnehme ihm, dass endlich zu Pfingsten ein Gottesdienst stattfindet. Aber nein, es ist wieder nur ein Wortgottesdienst! Sind Sie als Pfarrer zusammen mit dem Pfarrgemeinderat nicht in der Lage, endlich eine Eucharistiefeier zu ermöglichen? Sie schrieben meiner Frau schon zu der gleichen Fragestellung, dass Sie "Coesfelder Verhältnisse" befürchteten und deshalb vorsichtig sein müssten. Auf jeden Fall! Unsere möglichen Kirchenbesucher mit den Massenunterkünften der osteuropäischen Schlachter zu vergleichen ist ja schon ein Ding!
    Aber zurück zum Anliegen: Seit 14 Tagen werden täglich Messfeiern im Internet aus öffentlichen Kirchen übertragen. Lesen Sie einmal dazu den auch in Ihrer Kirche ausliegenden Flyer "katholisch.de", bzw. rufen Sie die Seite auf. Es geht woanders! Sogar seit 14 Tagen in Oberhausen! Mit allen notwendigen Vorsichtsmassnahmen! Ebenfalls sichtbar im 1. Programm am vergangenen Sonntag aus Waldsassen.
    Und "auf Biegen und Brechen", wie ein anderer anonymer Schreiber, s.o., notierte, wird dort nicht vorgegangen. Diesem Schreiber empfehle ich übrigens ebenfalls die Internetseite "katholisch.de".
    Es muss doch jedem Katholiken vorstellbar sein, dass eine Wortgottesfeier, so gut und wichtig sie auch ist, eine Eucharistiefeier nicht ersetzen kann, da es hier um die unmittelbare Begegnung mit dem Leib des Herrn geht.
    Auf Ihre Antwort bin ich gespannt!
    Mit freundlichem Gruß
    F.-J. Gahlmann

  • #7

    Gereon Alter (Freitag, 22 Mai 2020 18:23)

    Sehr geehrter Herr Gahlmann,
    wenn Sie meine Antwort an Ihre Frau noch einmal aufmerksam lesen, sehen Sie, dass ich weder von "Coesfelder Verhältnissen" schrieb, noch in irgendeiner Weise andeutete, dass es eine Parallele zwischen Kirchenbesuchern und Massenunterkünften gebe. Ich schrieb lediglich, dass sich mit einem mal Hunderte von Menschen infizieren können und dass ich gerne vermeiden möchte, dass eine Eucharistiefeier die Ursache dafür ist. So übrigens sehen es auch der Kirchenvorstand, der Pfarrgemeinderat und das gesamte Pastoralteam, die die aktuell geltende Regelung einstimmig herbeigeführt haben. Es ging dabei übrigens nicht um die Frage, ob wir uns "in der Lage" sehen, schnell wieder Eucharistie miteinander zu feiern, sondern ob wir es für sinnvoll und verantwortbar halten, und zwar aus hygienischen wie auch aus theologischen Gründen. Bei den theologischen Gründen war für uns vor allem zweierlei leitend: 1. dass eine Wort-Gottes-Feier nicht "nur" ein Wortgottesdienst ist, wie es oft abwertend formuliert wird (das II. Vaticanum spricht von einem "Tisch des Wortes" und einem "Tisch des Brotes", ohne beide gegeneinander auszuspielen, und fordert angesichts der schon damals überstarken Fixierung auf die Eucharistiefeier dazu auf, den Tisch des Wortes "reicher zu decken") und 2. dass viele der Versuche, unter den aktuellen Bedingungen Eucharistie feiern, uns wenig befriedigend erschienen, weil die Aufmerksamkeit derart auf (zum Teil skurrile) Äußerlichkeiten gezogen wird, dass eine wirklich würdige Feier nur sehr schwer zu realisieren ist. Dies, zusammen mit den hygienischen Bedenken, hat uns bewogen, mit der Wiederaufnahme der Eucharistiefeier noch ein wenig zu warten.

  • #8

    F.-J. Gahlmann (Dienstag, 26 Mai 2020 11:09)

    Sehr geehrter Herr Alter,
    Danke für Ihre Antwort.
    Ich habe noch eine Bitte:
    Sie erwähnen einen Text des II. Vatikan. Konzils. Nennen Sie mir bitte die Quelle und die genaue Textstelle.
    Danke
    Mit freundlichen Grüßen
    Gahlmann

  • #9

    Gereon Alter (Dienstag, 26 Mai 2020 13:06)

    Sehr geehrter Herr Gahlmann,
    das II. Vaticanum spricht an den verschiedensten Stellen von der Sakramentalität des Wortes Gottes. Zum Beispiel in der Offenbarungskonstitution "Dei Verbum". Da heißt es (DV 21): "Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlaß das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht." In der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium heißt es (SC 48): "So richtet die Kirche ihre ganze Sorge darauf, daß die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr ... sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes Stärkung finden." Und im gleichen Dokument (SC 51): "Auf daß den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden ..."
    Mit freundlichen Grüßen
    Gereon Alter